Frauennetzwerktreffen der Bürgerstiftung
55 Frauen, ein Frühstück – da geht was!
Ich war beim ersten Frauennetzwerkfrühstück der Bürgerstiftung Wardenburg. Am 11.04.2026 trafen sich bei Dahms in Littel 55 Frauen aus der Gemeinde und es war super!
Ich bin ziemlich beseelt nach Hause gefahren.
Es war diese Mischung aus Offenheit, Interesse und dem ehrlichen Wunsch, etwas zu bewegen. Kein oberflächliches Netzwerken, kein „man kennt sich ja“, sondern echte Gespräche. Zuhören. Nachfragen. Weiterdenken.
Initiiert wurde das Treffen von Maike Martens und Sylvia Eilers aus dem Vorstand der Bürgerstiftung. Die Idee dahinter ist klar: Die Stiftung will aktiver werden, Themen selbst setzen und gestalten – und in diesem Jahr liegt der Fokus auf Frauenthemen.
Ausserdem will man als Bürgerstiftung sichtbarer werden und mehr Frauen motivieren, sich in der Gemeinde zu engagieren.
Ein Thema, das nicht leicht ist – aber notwendig:
Ein zentraler Punkt des Vormittags war „Gewalt gegen Frauen“.
Hilke Kenkel-Schwartz vom Verein Konfliktschlichtung e.V. hat Einblicke in die Täterarbeit gegeben und sehr konkret beschrieben, womit sie in ihrer täglichen Arbeit konfrontiert ist.
Das war kein leichter Stoff, aber genau deshalb wichtig.
Und gleichzeitig hat man gemerkt: Das Thema bleibt nicht abstrakt. Es geht um unsere Gemeinde. Um Menschen hier vor Ort. Um Strukturen, die wir verändern können – wenn wir hinschauen.
Warum mir das persönlich wichtig ist
Ich habe ja nun lange in Berlin gelebt und dort war es für mich selbstverständlich, mich mit anderen Frauen zu vernetzen, auszutauschen, gemeinsam Dinge anzustoßen. Ich habe viele Veranstaltungen für Frauen organisiert, unter anderem das die Weltmeisterschaft für Frauen im Breakdance…
Seit ich wieder hier auf dem Land lebe, habe ich das ein bisschen vermisst. Nicht, weil es hier weniger engagierte Frauen gibt – die gibt es. Sehr viele sogar, aber wir sind nicht vernetzt. Jede arbeitet in ihrem Verein, an ihren Themen.
Jetzt sind wir alle mal zusammen gekommen und können an einem gemeinsamen Thema arbeiten: Support für Frauen.
Das Netzwerktreffen hat diesen Raum geschaffen für:
Frauen, die miteinander sprechen, statt nebeneinander her zu arbeiten.
Frauen, die Ideen teilen.
Frauen, die Lust haben, etwas zu verändern.
Vom Gespräch zur konkreten Idee
Dass es nicht beim Austausch bleiben soll, war schnell klar.
Ein erstes Projekt ist bereits sichtbar:
Gemeinsam mit Leila Vogelsang von der „Augenweide“ hat die Bürgerstiftung ein Charity-Armband entwickelt. Orange – als bewusstes Zeichen gegen Gewalt an Frauen, angelehnt an den internationalen „Orange Day“ im November.
Von jedem verkauften Armband gehen zwei Euro in Frauenprojekte der Bürgerstiftung, hier in Wardenburg. Die ersten Exemplare waren beim Frühstück innerhalb kürzester Zeit vergriffen, ab der kommenden Woche sind sie wieder bei der „Augenweide“ erhältlich.
Ich liebe solche Projekte, weil sie einfach sind – und trotzdem Wirkung haben. Ausserdem sieht das Armband super aus!
Es geht weiter
Was ich an diesem Vormittag besonders stark fand: Es blieb nicht bei guten Gesprächen.
Es wurden Fragen gestellt:
Welche Angebote brauchen Frauen hier eigentlich?
Wo fehlen Strukturen?
Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?
Und daraus entstehen dann konkrete Ansätze.
Für den Herbst sind von der Bürgerstiftung bereits Projekte für Frauen geplant:
ein sogenannter Nightwalk– für mehr Selbstsicherheit im öffentlichen Raum – sowie ein Selbstverteidigungskurs. Beides niedrigschwellig, alltagstauglich und vor allem: direkt umsetzbar.
Auch Antje Freese und Imke Wöbken von der Polizei waren vor Ort und haben noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist, hinzusehen, zu handeln und Unterstützung anzubieten und anzunehmen.
Die Hilfsnummer 116 016 für Frauen in Not wurde angesprochen – viele kannten sie noch gar nicht.
Auch Andrea Glunde, Bürgermeisterkandidatin der SPD, war vor Ort und zeigte sich angetan: Netzwerken, Kontakte knüpfen und offen über das Thema Gewalt gegen Frauen sprechen. Das müsse in Wardenburg weiter vorangebracht werden.
Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf die „Orange Bank“ in der Eelder Straße, die seit Ende vergangenen Jahres auf das Thema aufmerksam macht. Über einen QR-Code können Frauen in Notsituationen schnell und unkompliziert Hilfe finden.
Ein Anfang
Ich habe an diesem Morgen vor allem eines mitgenommen:
Da ist unglaublich viel Frauen-Potenzial in dieser Gemeinde!
WWW - Wilde Weiber Wardenburg!
Und wenn wir uns vernetzen, dann entsteht daraus mehr als nur ein nettes Treffen.
Dann entstehen Ideen. Projekte. Veränderung.
Ich hoffe sehr, dass dieses Treffen nicht einmalig bleibt. Wir brauchen mehr davon!
Gemeinsam können wir die Welt verändern!
Eure Dorffotografin
@ILoveWardenburg
PS: Wenn ihr euch auf einem Foto seht und denkt, „Alter, da seh ich aber gut aus!“ Dann schreibt mir auf Whatsapp und ich schicke euch das Foto aufs Handy. Wenn ihr denkt: „Meine Haare liegen ja überhaupt nicht, das Bild muss weg!“ Schreibt mir und ich nehme es runter.
Liebe Grüße, eure Nika
0178-6933000
Fotos © Nika Kramer @nikakramer @ILoveWardenburg @diedorffotografin